Die Energiewende - in Altdorf und Weltweit
Themen:  Klimawandel, Energiewende,  Netzausbau und Dürre

Netzverstärkung in allen Ebenen

Leider ist der vielzitierte "Zellulare Ansatz", das bedeutet vollständige dezentrale Energieerzeugung, keine machbare Lösung. Ob VDE-Studie, die N-ERGIE-Studie "Zellulare Optimierung" oder die entsprechende Studie des BVMI (Bundesverband mittelständische Wirtschaft). Alle sind in der Theorie hervorragend, aber alles SCHEITERT schlichtweg daran, dass es kaum jemand macht. 
Ich selbst habe es probiert, mit wirtschaftlich sehr schlechtem Ergebnis. Der Investitionsaufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag.

Der Stromsektor ist bezüglich der Frage „WER MACHT ES“ vergleichbar mit der Wärmewende.
Die Stadt Altdorf lässt eine Studie „Kommunale Wärmeplanung“ erstellen mit zielführenden Vorgaben wie:
        3. Entwicklung eines klimaneutralen Zielszenarios 2040
         4. Festlegung der kommunalen Wärmewendestrategie und des Maßnahmenkatalogs

Um anschließend festzustellen, das kann weder die Stadtverwaltung noch die Stadtwerke umsetzen. Man sucht schlichtweg einen Dummen, der es in Angriff nimmt. Bisher hat sich offensichtlich niemand gefunden. Ich weis warum, ich habe 2 Jahre versucht ein Wärmenetz vom Burgthanner Weg aus aufzubauen. Leider hat schon der „Schlüsselkunde“, kein Interesse gezeigt. Das Investitionsvolumen ist so hoch wie das Risiko.

Genauso läuft es bei der Umsetzung der dezentralen Stromversorgung.
Viele Bürger tun was, bauen PV-Anlagen und auch Speicher, aber nur um ihre eigenen Kosten zu senken. Nichts ist wirklich netzdienlich, im Gegenteil. In der Dunkelflaute gibt die PV nichts her und der Speicher ist schnell leer, denn es sind nur „Kurzzeit-Speicher“ die eingebaut werden.
Die Aussage von Prof. Jarass (Vortrag in Altdorf) ist völlig richtig:
   Wichtig: Eine Reduzierung der Einspeiseleistung um 30 % verringert den 
                         erforderlichen Netzausbau um weit mehr als 30 %, weil die bestehenden
                         Leitungen den Großteil der verringerten Einspeiseleistung transportieren können.

ABER genau die Einspeiseleistung wird mit diesem Konzept NICHT reduziert. Warum ist das so: -> Spätestens am 3. Tag einer Dunkelflaute muss das STROMNETZ die volle Last abdecken. Wärmegeführte KWK-Anlagen helfen da auch nicht. Sie könnten gerade dann, wenn sie zur Stromerzeugung gebraucht werden, AUS sein da keine Wärmebedarf da ist.
Es wird nur die Zeit reduziert in der die volle Netzlast auftritt, aber sie tritt weiterhin auf!!!

Wir brauchen wir den Ausbau des Stromnetzes in allen Ebenen, 
Höchst- Mittelspannung und Verteilnetz, und das flächendeckend.

Fehleinschätzungen führen zu Blockaden, Umsetzungszeiten werden so groß, dass die Planungsdaten bei Baubeginn bereits überholt sind.

Beispiel Strombedarf:
Im NETZENTWICKLUNGSPLAN STROM 2012 wurde für das Leitszenario B ein Nettostromverbrauch für 2022 von 535TWh angenommen. Tatsächlich waren es 550TWh (siehe Bild unten).

Netzverluste in verschiedenen Ebenen

Die Gasamtverluste im deutschen Stromnetz sind zu hoch. Sie müssen durch Netzverstärkung und andere Maßnahmen verringert werden.  Die dezentrale Stromerzeugung verringert die Verluste.

Welchen Vorteil der Umstieg von 220kV auf 380kV ist unter 
 "Leitungsverluste" am Beispiel der Juraleitung beschrieben.

Netzverluste im Tennet Höchstspannungsnetz 2024: 
         3,5TWh, davon 2,7TWh im 380/220kV-Netz 
                                  also 2.700.000.000 kWh

Netzverluste bei den N-ERGIE (alle Ebenen 110kV, 20kV, Niederspannung) 2023: 
             Verlustenergie 231.309.806 kWh

Netzverluste im Netz der Altdorfer Stadtwerke:
                                                      1.679.485 kWh

Entwicklung des Brutto-Stromverbrauch Deutschland