Die Energiewende - in Altdorf und Weltweit
Klimawandel, Energiewende, Netzausbau und Dürre

Erneuerung der P53, Juraleitung

Die Juraleitung soll zwischen Raitersaich in Mittelfranken und Altheim in Niederbayern soll erneuert werden. Der Teil Luderheim - Altheim wurde in den 40er Jahren gebaut. Die Masten sind jetzt 90 Jahre alt. Ein Ersatzneubau ist für mich unabdingbar. Mich wundert, dass der Bedarf so lange gedeckt werden konnte und die Masten und Fundamente noch halten. Für mich ist es eindeutig:


1. Die Energiewende im Großraum Nürnberg kann nicht gelingen, wenn diese neue Juraleitung nicht gebaut wird. 
Ohne diese neue, leistungsfähige Leitung  wird die N-ERGIE ihr überwiegend fossil betriebenes Fernwärmenetz und das Gasnetz weiterhin betreiben müssen. Das wäre für die Energiewende eine Katastrophe.

2. Das Alter der Leitung (Richtung Süden sind die Masten 90 Jahre alt) ist ein weiterer, schwerwiegender Faktor. Die Auslastung der 220kV Leitung ist zu hoch.
3. Die erhebliche Energieeinsparung. Die Leitungsverluste sind, bei gleicher Energiemenge, bei 380kV nur ein Drittel verglichen mit der alten 220kV Leitung.
Berechnung, siehe unten.

4. Durch den anschließenden Rückbau der 220kV Leitung werden wesentlich mehr Menschen viel mehr Abstand zur Leitung haben. Leider gibt es sicher einige wenige bei denen es umgekehrt ist. Aber das Verhältnis ist 10:1.
5. Der Strombedarf in der BRD steigt seit dem 2.HJ 25 wieder an. Durch die E-Mobilität und die Wärmepumpen. Die Klimatisierung läuft nach der Hitzewelle auf vollen Touren. Diese Leitung ist ein MUSS!
6. Die Trasse muss gebaut werden um die Region und Nürnberg ausreichend versorgen zu können. Wir sie nicht gebaut wird die N-ERGIE ihr überwiegend fossil betriebenes Fernwärmenetz und das Gasnetz weiter betreiben müssen. Das wäre für die Energiewende eine Katastrophe.

Es gibt auch noch einen rein technischen Aspekt. 
Die 220kV Ebene soll generell aus dem Höchstspannungs-Netz genommen werden. 

Für Aussagen der Trassengegner wie:
„Diese Leitung in dieser Dimension ist für die Versorgungssicherheit unserer Region bzw. Bayerns nicht erforderlich. Vielmehr ist davon auszugehen, dass diese neue Juraleitung zusammen mit dem neuen 15 Hektar großen zweiten Umspannwerk in Ludersheim und der neu geplanten 380 kV Aufrüstung der "Schwandorf-Leitung P 482", dem europäischen atomar-fossilen Stromhandel dienen. In Folge des massiven Übertragungsnetzausbaus, der für die nächsten Jahre geplant ist, werden unsere Strompreise durch die darin enthaltenen Netzentgelte deutlich ansteigen",
habe ich kein Verständniss. "

Das Umspannwerk Ludersheim dient im Wesentlichen UNSERER Stromversorgung!

Vom Umspannwerk Ludersheim wird die gesamte Südliche und Östliche Region von Nürnberg Stadt und Land mitversorgt. Auch die Region Neumarkt und das ganze Hinterland Richtung Schwandorf über verschiedene 110kV Leitungen. Der Raum Moosbach, Winkelhaid, Altdorf hängt über das Umspannwerk Feucht mit an dieser Versorgung (doppelte 20kV Leitung entlang der Bahnlinie). 

BILD NETZ LUDERSHEIM 


Sollte die Leitung mal aus beiden Richtungen, d.h. sowohl aus Raiteraich als auch aus Richtung Altheim ausfallen wird es im Nürnberger Land und im Osten Nürnbergs keinen Strom geben.

Umspannwerk Ludersheim, alt

Sieht man sich das Stromnetz im Bereich des südlichen Landkreises an ist man doch erstaunt.  Zwei 20kV Leitungen, eine führt von Happurg nach Altdorf, eine von Feucht nach Altdorf versorgen die Stadt und das weitere Umland. Aus meiner Sicht sind die bei weitem nicht ausreichend. Es fehlt an Einspeisemöglichkeiten für größere Anlagen, WEA oder PV.

Ich frage mich ob man über eine 20 kV-Ebene in Ludersheim nachdenkt. kann keine Info dazu finden.


Noch mehr Netzausbau

Der "internationale Stromhandel" ist immer dann sehr positiv zu bewerten, wenn es hilft die Engpässe im Verhältnis Last- zu Erzeugungskapazität zu überbrücken. Das ist in der Europäischen Union wohl das Mindeste. Man hilft sich gegenseitig. Und wenn wir "grünen Strom" aus Dänemark und Norwegen beziehen ist das derzeit besser als Braunkohle zu verfeuern.


Wir brauchen die Nord-Süd Verbindungen, nicht nur vor der Nordsee bis zu uns um den Windstrom aus dem Norden abzuleiten,
wir brauchen auch entsprechende Leitungskapazität um die Pumpspeicher in Österreich und der Schweiz mit nutzen zu können.
Wir brauchen auch entsprechende Leitungskapazitäten um zukünftig in den Mittelmeerstaaten große PV-Kapazitäten nutzen zu können. Sie helfen uns die Dunkelflauten zu überbrücken.
Wir brauchen auch leistungsfähige Verbindungen zu den größeren Windstandorten in Bayern. Nürnberg muss auch versorgt werden.

380kV statt 220kV

Damit die Transportverluste auch bei hoher Übertragungskapazität klein bleiben. Ja, die höhere Spannung hat auch Nachteile,  ich bewerte diese jedoch als Nachrangig. Die Vorteile einer höheren Spannung überwiegen.

Leitungsverluste

Bei 100km Leitungslänge geht man von etwa 5 Ohm Leitungswiderstand aus.
Transportiert man über eine 220kV Leitung 1GW fließen rund 1500A auf einem Strang.
Dadurch entsteht eine Verlustleistung von P=I²R = 11.25MW pro Leiter.
Bei einer 380kV Leitung sind das 877A und nur 3,8MW pro Leiter.
d.h. der Leitungsausbau würde auch sehr viel Energie sparen.
Das Thema Bindstrom lass ich weg, es ist schon so kompliziert genug.